Ein Bild entsteht

Hinschauen, hinsetzen, hinmalen – so einfach?

Nicht ganz:

Ich habe ein Foto als Vorlage in meiner Hand, weiß um die ungefähren Farbvorlieben und kenne vor allem den zukünftigen Platz des Bildes in der Wohnung meines Auftraggebers. Es ist hell dort, das Licht wird von drei Seiten auf mein zukünftiges Bild fallen. Das Motiv ist auch klar: Ein „Bremer-Stadtmusikantenhund“ auf dem Rücken eines Pferdes.

Die Leinwand in gewünschter Größe hängt in meinem Atelier und wartet auf die ersten Striche, die zunächst das Pferd skizzieren werden. Oil Bars, zu Stiften gepresste Ölfarben, dienen mir hier dazu, die ersten Umrisse anzudeuten. Diese stiftförmigen Ölfarben erlauben fast alle Techniken der traditionellen Ölfarbe, sind aber – da Stifte – in der Handhabung gerade für Skizzen dankbarer für meine Zwecke als der Einsatz von flüssiger Farbe und Pinsel.

Die Umrisse stehen. Bevor ich jetzt mit Acrylfarben Flächen ergänzen kann, ergänze ich die dünnen, umreißenden Linien mit Füllflächen, die später durchaus Farbverläufe enthalten können. Erst jetzt treten Schattierungen und andere dekorative Ergänzungen in’s Bild und lassen schon einen Hauch von Dreidimensionalität entstehen.

Um das Erzählen abzukürzen (und um nicht zu viel zu verraten) wende ich jetzt, bis zur letztendlichen Fertigstellung des Bildes verschiedene Techniken mit Acryl- und Ölfarben an, vom zarten Wischen bis zum Verschmelzen und Überlagern verschiedener Farben und Materialien.

Und – OK! – ein paar andere kleine Tricks sind es schon noch, die dann aus der bunten Leinwand einen echten „Tina Paulus“ machen. Strukturiert, bunt, originell, einzigartig und ein Schmuck für fast jede Wand.

Video: Eins meiner Bilder entsteht

Weitere Impressionen